Ein Engländer, der in Indien lebte, sagte, es sei ein zwanzig Jahren langes Studium nicht ausreichend, um die indische Musik zu begreifen. Es lassen sich dennoch viel ältere Relationen zwischen Musikstilen verschiedener Völker nachwesen.

So hat die griechische Musik ähnliche Elemente wie die Indische und auch die Persische.

 

   

In Nordindien entwickelte man Anfang des 20. Jahrhunderts ein verbindliches Skalensystem. Seine derzeitige Fassung ist dem Musikwissenschaftler Vishnu Narayan Bhatkhande zu verdanken. Die Skalen von 10 Raga erschienen ihm hinreichend, alle nordindischen Melodietypen einzuordnen (das 1620 in Südindien von Venkatamakhin entwickelte Skalensystem enthält hingegen 72 Skalen).

Folgende Liste der That-Gruppenbildner ergibt sich aus seinem Werk „Kramika Pustaka-malika“:

1. Kalyana c d e fis g a h c (entspricht dem lydischen Modus)
2. Bilavala c d e f g a h c (entspricht dem Dur bzw. ionischen Modus)
3. Khamaja c d e f g a b c (entspricht dem mixolydischen Modus)
4. Bhairava c des e f g as h c (entspricht Zigeuner-Dur)
5. Purvi = Sri c des e fis g as h c (keine Entsprechung)
6. Marava c des e fis g a h c (könnte als „Lydisch b9“ bezeichnet werden)
7. Kaphi c d es f g a b c (entspricht dem dorischen Modus)
8. Asaveri = Yaunpuri c d es f g as b c (entspricht dem reinem Moll bzw. äolischen Modus)
9. Bhairavi c des es f g as b c (entspricht dem phrygischen Modus)
10. Todi c des es fis g as h c (keine Entsprechung)

 

Raga Rock war vor allem zwischen 1965 und 1970 eine populäre Strömung in der Rockmusik, als die Musik der jungen Generation und der Hippies auf der Suche nach einer Kulturalternative sich von Krieg und Ausbeutung fort zur indischen Musik hinwandten. Der rhythmische Tala und melodische Raga sowie traditionelle Instrumente wie die Sitar der indischen Musikwurden bis zu einem gewissen Grad adaptiert. Vielfach beschränkten sich diese Versuche auf die klangliche Exotik der Instrumente und auf einfache, naive Nachahmungen der klassischen indischen Musik.
Die kulturellen Unterschiede zwischen den europäisch-afroamerikanischen Musiziertechniken und denen der indischen Musik waren vermutlich zu gravierend und daher nur schwer zu vereinen. Vertreter dieser Strömung waren in den 1960er Jahren vermehrt in den Charts vertreten.

Es begann im Juli 1965 mit der Veröffentlichung der Single See My Friends von der Gruppe The Kinks. Ein Zwischenstop in Mumbai, während einer Reise nach Australien und Neuseeland im Januar 1965, inspirierte Ray Davies, den Sänger und Komponisten der Kinks zu diesem Stück. Die Beatles (Norwegian Wood (This Bird Has Flown), 1965; Within You Without You, 1967) unternahmen ebenfalls Versuche dieser Art.

Insofern ist die moderne Rock-Pop-Musik und auch der Jazz durch den Einfluss der indischen Ragas einzigartig vielfältig geworden. Gerade auch die Art der Improvisationseinlagen und Gitarrensolos haben auf eine Art den Charakter indischer Musik. Die indische Kultur machte einen grossen Schritt auf den Westen zu, als in den sechziger Jahren die Hare-Krishna-Bewegung in den Westen kam, die an sich ein Zweig der Religion Indiens ist.

Auch die Gruppen Yardbirds, Jefferson Airplane und John McLaughlins Mahavishnu Orchestra sowie Bluesmusiker Paul Butterfield (East West, 1966) verwendeten Elemente des Raga Rock.

Ebenso werden die Byrds und die Incredible String Band mit dem Begriff in Verbindung gebracht. Der Raga Rock erlebte mit der britischen Band Kula Shaker Mitte der 1990er Jahre eine kurzweilige Renaissance.

Begeistert von Ravi Shankars Sitarmusik reiste George Harrison 1966 für sechs Wochen nach Indien, um bei Shankar persönlich das Sitarspiel zu lernen.

 

Klicken Sie hie, um zur Eingangsseite zu gelangen.