Nada
Elemente
Tanz
Religion

Musik ist gegenwärtig in jedem Lebewesen und nicht-Lebewesen, Menschen, Tiere, Vögel, Quellen, Flüssen, Winden, und sogar in Bäumen, die den natürliche Klang in süsser rhythmischer Art haben.

Der Ursprung von Musikrhythmus ist Anahat Nada, musikalischer Klang.

Als es vor dem vedischen Zeitalter keine Sprache gab, um die Gefühle des Herzens auszudrücken, war Musik die Quelle, um das Familienleben gesund zu erhalten.

So wie die Menschen sich früh versammelt haben und durch gemeinsames Singen und Tanzen erfreut haben.

Wenn eine Idee in rhythmischem und ansprechendem Klang entwickelt wird, nehmen sie die Gestalt von Anahat Nada an, welcher Gesungen in richtiger Zeit und Rhythmus das Herz anspricht, weil jedes Lebewesen musikalische Instinkt hat.

Die künstlerischen Mittel im Kommunikationsprozess werden im altindischen Theater Abhinaya genannt, das bedeutet wörtlich: Neues übermitteln, herübertragen, mitteilen. Es sind alle visuellen und akkustischen Mittel, in denen die Künstler, die von ihnen erzeugten Bhaavas, Stimmungen, Haltungen, Emotionen darstellen.

Die Bhaavas sind: Rati, Liebe; Hasya Lachen; Soka, Sorge; Krodha, Ärger; Utsaha, Energie; Bhaya, Erschrecken; Jugupsa, Abscheu und Vismaya, Erstaunen.

Diese sollen auf die Zuschauer übertragen und bei diesen die den Bhaavas entsprechenden emotionalen Stimmungen oder Gefühle (Rasa) geweckt werden, die in einer künstlerischen Schöpfung oder Komposition vorherrschen,  die für die indische Ästhetik konstitutiv geworden ist. Dieses Konzept gilt für alle kulturellen Bereiche wie Drama, Poesie, Tanz, Malerei, Bildhauerei und Musik.

Die Rasas sind: Shringam, Liebe, Attraktivität, mit Shri Vishnu, als vorherrschender Gottheit; Hasya, Lachen Komödie; Raudram, Wut; Karunyam, Mitgefühl, Barmherzigkeit; Bibhatsam, Abneigung, Ekel; Bhayanakam, Furcht, Schrecken; Viram, heldenhafte Stimmung; Adbhutam, Verwunderung, Erstaunen; als neunte Rasa gilt Shanta. Frieden oder Stille; später erscheinen besonders in der Literatur zwei weitere: Vatsalya, Liebe der Eltern zu den Kindern und Bhakti, spirituelle Verehrung.

Das Wesen des indischen Kunstgenusses besteht ja darin, durch dramatische, poetische, visuelle oder musikalische Ausdrucksformen den Geist des Betrachters in eine gewollte Emotion zu versetzen, wobei der in den Genuss Verstrickte derartig von der betreffenden Stimmung affiziert werden soll, dass kein anderer Gedanke mehr Platz findet, was einer der Meditation vergleichbaren völligen Absorption des Geistes entspricht.

Bei Kunstdarbietungen soll auf diese Weise eine gleichzeitige und emotionale Ebene von Künstler und Betrachter erzielt werden. Im vedischen Zeitalter waren die Sänger und auch die Menschen im Allgemeinen zufrieden mit einem Typ von rein sakralen Hymnen oder Samganas.

Musik war zu jener Zeit die Quelle, die menschliche Seele und Gott zu vereinigen.  In der Hindu-Mythologie ist der Tanz eine heilige Handlung, eine Aktivität, die älter ist als die Erde selbst. Es ist Shiva, der Gott der Schöpfung und Zerstörung, der die Welt mit seinem Tanz zerstört und wiedererschafft (Nataraja).


Manipuritanz ist rein religiös und sein Ziel ist eine spirituelle Erfahrung.

Es gibt acht klassische Tanzformen:
Bharatanatyam, Kathak, Kathakal, 
Kuchipudi, Manipuri, Mohiniyattam 
(Mogulhui), Odissi
 und Sattriya.
Die Musik appelliert überall an die Menschen und war am Herzen jeder menschlichen Gesellschaft. In der Steinzeitgesellschaft der australischen Aborigenes und der raffinierten Künstlichkeit des alten kaiserlichen China, in der Eleganz des 18ten Jahrhunderts in Europa und der schnell bewegten und komplexen Welt von heute, hat Musik auf Zeremonie und Religion gewirkt und war eine Quelle tiefer Inspiration.

Musik in ihrer Reinform kontrolliert die menschlichen Aktivitäten, Liebe, Ärger, Begierde, Anziehung und Selbstwertschätzung usw.  und erhält überall das Equilibrium des Verstandes. 

Auf diese Weise ist Musik die Quelle davon, vollkommene Freude zu erreichen und Befreiung zu erlangen. Sie erschafft soziale Instinkte, d.h. Liebe und Sympathie gegenüber Menschen.

Man mag staunen in diesem Zusammenhang darüber, dass Shri Caitanya Mahaprabhu auf seinen Wanderungen durch Indien die wilden Tiere des Urwalds durch sein Singen des Heiligen Namens bezämt hat, so dass sie friedvoll waren und sogar gesungen und getanzt haben, der Tiger mit dem Reh.

Alle Lebewesen, wie wir, sind Geschöpfe des selben Allmächtigen und Musik kann diese Verbindung erwecken.

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