Musik hat die Macht, den Himmel auf die Erde herabsteigen zu lassen. |
Die Geschichte der indischen Musik hat vor prähistorischer Zeiten ihren Anfang genommen. Bis heute hat sie ein unverzichtbares Genre entwickelt, um Veränderung in der menschlichen Gesellchaft zu wirken, für die sozialen, politischen, kulturellen, religiösen und spirituellen Werte des Lebens. Der erste Schrei eines jeden neugeborenen Menschen ist ein Urklang, des bewusst-Werdens beim ersten Moment in der Welt. Diese Originallaute werden später in Musikkläng konvertiert.
In keiner anderen Kunst, Wissenschaft oder sonstigen menschlichen Betätigung, wurde auch die Lehre der Evolution so enthusiastisch willkommen geheissen, eifrig angenommen und von ganzem Herzen immer wieder geschmückt wie in der Musik. In früheren Tagen waren alle Riten und Zeremonien eng mit Musik verknüpft. In Indien formte Musik einen integralen und unverzichtbaren Teil des Lebens. |
Im zweiten Jahrhundert n. Chr., komponierte ein, Wisschenaftlern heute nicht nennbarer, Autor in Indien ein Textbuch über Drama, Musik und Tanz, welches er im Einklang mit dem Brauch der Zeit dem altweisen Heiligen Bharata widmete - und so hat es bis auf den heutigen Tag überdauert. Die künstlerischen Mittel im Kommunikationsprozess werden im altindischen Theater Abhinaya genannt, wörtlich: Neues vermitteln, rüberbringen, mitteilen. |
Die klassische indische Musik ist modal, in sofern als sie nur ein Melodie-Instrument im Grundsatz duldet. Innerhalb eines von strengen überlieferten Regeln gesetzten Rahmens bietet sich doch ein breiter Raum für Interpretation. Im Solospiel arbeitet der Musiker einen musikalischen Gedanken aus und entwickelt diesen Raga im zeitlichen Verlauf des Stückes aus dem Wechselverhältnis von Freiheit und Disziplin weiter. Die Musik spricht mit einer Stimme. Der mehrstimmige Klang eines europäischen Orchesters würde nach indischem Verständnis als unverständliches Stimmengewirr verstanden werden. In neuerer Zeit jedoch hat Ravi Shankar indische Musik mit mehreren Solisten als Jugalbandi und auch Orchestermusik in Indien bekannt gemacht. Einen Dialog gibt es ansonsten nur zwischen Melodie- und Rhythmusinstrument.
Diese langsame Einleitung des Solisten, eines Sängers oder Instrumentalisten (z.B. Bansuri, Sitar, Sarod o.Ä.), endet mit dem Einsatz der Tabla. Damit beginnt die Zählung in Tala-Zyklen, meist zunächst in langsamem oder mittlerem Tempo. Die Geschwindigkeit steigert sich dann im Verlauf des Stücks, entweder durch Erhöhung (z.B. Verdoppelung) der Schlagdichte oder allmählichen Anstieg des Tempos bis zum fulminanten Höhepunkt (Jhala). Manchmal folgt vor dem endgültigen Schluss eine kurze neuerliche langsame Passage. |
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In der ganzen Weltkultur gibt es aus so früher Zeit kein anderes Beispiel einer hoch entwickelten theatralischen Kunst, in der Tanz, Gesang und Musik, zusammen mit dem Sanskrit Wort "Sangiita" bezeichnet, mit episch dramatischer Literatur eine komplexe Einheit bilden, die fast zu allen Zeiten mythisch-religiös bestimmt ist. Der graduelle Prozess der indischen Musik ist ein wirklicher Schlüssel zum ganzen Bereich der Musikproduktion, der vom imaginativen Konzept der indischen Menschen entsprang. |
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